01/03/2022

Hardware – es muss nicht immer neu sein

Das Thema Nachhaltigkeit wird für Konsument*innen immer wichtiger. Warum wir auch bei internetfähigen Geräten darauf achten sollten, um die Umwelt und unsere Privatsphäre zu schützen, erklärt Gastautor Thiemo in diesem Blogbeitrag.

Wenn wir über sichere Surferlebnisse sprechen, geht es meist um die besten Programme wie Browser, Suchmaschinen, VPNs oder Email-Anbieter. Der Klick ins Netz ist allerdings gar nicht möglich ohne die Hardware – also ein internetfähiges Gerät wie ein Laptop, PC, Tablet oder Smartphone. Worauf sollte man achten, wenn man bei der Auswahl eines Gerätes nicht nur etwas für die eigene Privatsphäre, sondern auch für die Umwelt und den Geldbeutel tun möchte?

Der Nachhaltigkeitsgedanke im Alltag

Bei Gütern unseres täglichen Lebens haben wir uns schon längst daran gewöhnt, auf Nachhaltigkeit und Wiederverwendbarkeit zu achten: Wir gehen auf Flohmärkte, um gebrauchte Alltagsgegenstände zu kaufen oder spenden gebrauchte Dinge, um sie anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. Wir kaufen Lebensmittel unverpackt oder in nachhaltigen Verpackungsmaterialien, um Transport- Produktions- und Entsorgungskosten von Plastikverpackungen zu sparen. 

In Deutschland setzen wir beim Abfallsystem auf Mülltrennung, um recycelbare Abfälle möglichst wiederzuverwenden. Denn ob Holz oder Plastik, Papier oder Metall: Alles, was wir wegwerfen, wurde einst aus kostbaren Rohstoffen gewonnen oder aufwendig produziert. 

Warum ist uns all das wichtig? Bei der Lebensmittelproduktion und in der Modeindustrie wissen wir längst, dass Billiglöhne – und oftmals schlechte Produktqualität – die Gründe dafür sind, weshalb Dinge zu einem geringen Preis angeboten werden können. Leidtragend sind Menschen, die Umwelt, Tiere und letztendlich der ganze Planet.

Der Nachhaltigkeitsgedanke sollte uns aber auch bei elektronischen Gebrauchsgegenständen begleiten: Aus der Autoindustrie kennen wir bereits Meldungen über den Chipmangel, der zu Produktionsengpässen führt. Hält man sich dann vor Augen, dass auch die Rohstoffvorkommen zur Herstellung von Computerchips schon bald aufgebraucht sein könnten, ist es sinnvoll über möglichst lange Verwendung aktuell genutzter Computerhardware nachzudenken. 

Woher kommen die Chips in unserer Hardware?

Multimediale Werbung marktführender Hard- und Softwarekonzerne suggeriert uns, es müsse immer das Neuste vom Neusten sein. Viele vorinstallierte Betriebssysteme neigen dazu, allerlei technische Daten über unsere Hardware und deren Nutzung auszuplaudern. Damit schaden sie aber nicht nur unserer Privatsphäre: Oft laufen diese Betriebssysteme nur auf brandaktueller Hardware, was uns in die Bedrängnis bringt, den Systemanforderungen hinterher zu laufen und ständig wieder neue Hardware anzuschaffen. 

Dabei sollten wir aber nicht vergessen, unter welchen Bedingungen und Umweltauswirkungen die hier eingesetzten Materialien gewonnen werden: Rohstoffe wie Metalle oder seltene Erden lagern in Bodenschätzen, die erst unter teils massiven Eingriffen in die Umwelt gewonnen werden müssen. 

Der Abbau findet in Ländern statt, in denen die Menschenrechtslage teils mit Füßen getreten wird. Dort sorgen Arbeitskräfte zu Dumpinglöhnen dafür, dass die Produktionsstätten moderner Hardware ausreichend mit Rohstoffen versorgt werden. Diese Produktionsweise geht also auch auf Kosten der Umwelt sowie der Gesundheit von Mensch und Tier.

Richtig informieren

Einige Menschen sind sich dessen bewusst, dass Nachhaltigkeit auch in der Herstellung und Verwendung von elektronischen Geräten eine Rolle spielen sollte. Wer sich darüber noch keine Gedanken gemacht hat, kann anfangen, zu recherchieren. Startpage bietet beispielsweise eine ungefilterte Nachrichtenfunktion an. Sucht man darin nach Begriffen wie „Chipmangel“ oder „Computer Rohstoffe“ und klickt auf „News“, erhält man aktuelle Nachrichten über Nachhaltigkeit im Umgang mit moderner Technik. Dank Angeboten wie der Newsfunktion von Startpage können wir uns ebenso über die Menschenrechtslage und Arbeitsbedingungen in Goldminen und den Abbaugebieten von Lithium, Kobalt & Co. informieren, die bei unseren smarten Geräten zum Einsatz kommen.

Notwendigkeiten hinterfragen

Um den Nachhaltigkeitsgedanken auch auf unseren Umgang mit Hardware zu übertragen, sollten wir uns bei all den Geräten, die wir besitzen oder gerade durch moderne ersetzen wollen, fragen: Welche Funktionen brauche ich wirklich für meinen Tätigkeiten an diesem Gerät? 

Eine kleine Gedankenstütze dazu:

Welche Tätigkeiten führe ich an meinem Laptop oder meinem PC durch? Vermutlich sind es vorrangig Dinge wie: Emails lesen, im Netz surfen, eine Mediathek durchstöbern, eine Website gestalten oder in meinem Fall einen Blogartikel für Startpage schreiben. Für solch einfache Tätigkeiten braucht es keine topaktuelle Hardware zu Höchstpreisen.

Auch beim Smartphone kann man sich fragen, ob es Höchstleistungen erbringen muss. Am häufigsten nutzen wir damit Messenger, Browser oder Social Media Plattformen. Dafür reichen auch Smartphones aus, die nicht frisch gepresst aus der Fabrik kommen.

Mein Tipp: In vielen Städten werden mittlerweile gebrauchte Hardwareartikel angeboten, wie z.b. der lapstore.de in Münster. Getreu dem Motto „Es muss nicht immer neu sein. Hin zu einem bewussten Umgang mit Ressourcen, hin zu mehr Nachhaltigkeit.” findet man hier Geräte wie Handys, Laptops und PCs sowie allerlei Zubehör. Auf dem Schrott haben die dort angebotenen Geräte nun wahrlich nichts verloren. Weitere Angebote wie heyalter.com oder Computertruhe e.V. kümmern sich um die Vermittlung und Weiterverwendung gebrauchter Hardware.

Natürlich gibt es auch Menschen, die z.B. in der IT-Branche arbeiten und auf moderne Technik angewiesen sind und ganz andere Anforderungen an die Geräte stellen. Für den Gebrauch im Alltag kann gebrauchte Hardware aber völlig ausreichend sein. Kombiniert man dies mit der Nutzung quelloffener Betriebssysteme, schont das nicht nur den Geldbeutel und die natürlichen Ressourcen, sondern auch die Privatsphäre.


Thiemo K. ist hauptberuflich Altenpfleger in Münster. Daneben beschäftigt er sich mit den Themen Datenschutz, Datensicherheit und Open-Source-Nutzung und setzt sich für ein breiteres Privatsphäre-Bewusstsein in der Öffentlichkeit ein. Ihr könnt ihm auf Mastodon oder Twitter folgen.

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